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Die Blues-Tonleiter auf dem Klavier lernen

The beginner’s guide to the piano blues scale

Warum solltest du die Spielart Blues Piano lernen?

Wer moderne Musik machen will, kommt nicht daran vorbei, den Blues spielen zu lernen. Schließlich kann man den Einfluss dieses Stils in den meisten Formen heutiger Rock- und Pop-Musik spüren, zudem gehören zum Blues wichtige historische Lehren und ein bedeutungsvolles Erbe. Diese Musik hat auch eine besondere Tonleiter hervorgebracht – die Blues-Tonleiter. Wer sie versteht, kann auch die entsprechende Musik besser auf dem Klavier spielen.

Die Blues-Tonleiter bei Skoove

Bei Skoove findest du eine tolle Übungseinheit, um Blues und die Blues-Tonleiter auf dem Klavier zu spielen. Du kannst mit den genannten Übungen gleich anfangen oder du probierst Skoove für 7 Tage kostenlos aus, falls du noch nicht angemeldet bist! Über 400 Übungen, monatliche Updates und individueller Support von den Skoove-Klavierlehrern warten auf dich, dazu bekommst du Zugang zu besonderen Klavierkursen und direktes, von KI gesteuertes Feedback auf dein Klavierspiel, damit du noch besser werden kannst.

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Was ist das Besondere an der Blues-Tonleiter?

Diese Tonleiter entstand aus der Blues-Musik und enthält sechs Töne. Dabei wird die Fünftonleiter der Moll-Pentatonik um die sogenannte Blue Note erweitert. Ihre Klangfarbe ist kraftvoll, gefühlvoll und oft melancholisch. Sie wird in vielen Musikstilen verwendet, wie dem traditionellen zwölftaktigen Blues, dem Boogie-Woogie, Soul, R’n’B oder Funk.

Der im Unterschied zur Moll-Pentatonik hinzugefügte zusätzliche Ton bei der Blues-Tonleiter – die Blue Note – ist eine verminderte Quinte. Falls du die pentatonische Tonleiter noch nicht kennst – hier eine kleine Zusammenfassung: Diese Moll-Skala besitzt fünf Töne. Man findet sie in vielen Musikkulturen auf der ganzen Welt. Wenn du jemanden bitten würdest, eine Tonleiter mit fünf Tönen zu singen, würden sie wahrscheinlich eine pentatonische Moll-Skala vortragen. Irgendwie scheinen wir das unbewusst zu lernen, vor allem das erste Intervall der kleinen Terz.

Die Tonleiter der Moll-Pentatonik folgt dem Muster 1 -♭3 – 4 – 5 – ♭7. Um diese Tonleiter von C aus auf dem Klavier zu spielen, orientiere dich an den folgenden Noten. Unter den Noten stehen die Fingernummern:

Blues scale, Blues-Tonleiter

Um die pentatonische Moll-Skala in eine Blues-Tonleiter zu verwandeln, fügst du einfach die verminderte Quinte hinzu. Im Fall von C-Moll ist das die Note G♭. Und so sieht die Tonleiter dann aus:

Blues scale, Blues-Tonleiter

 

Das Muster für diese neue Blues-Tonleiter ist 1 – ♭3 – 4 – ♭5 – ♮5 – ♭7. Beim Gesang wird die Tonhöhe der verminderten Quinte nach oben und unten gezogen, um einen stärkeren Ausdruck und eine größere emotionale Wirkung zu erzielen. Mit temperiert gestimmten Instrumenten lässt sich die verminderte Quinte jedoch nicht auf diese Weise verändern.

Moll-Blues-Tonleiter in verschiedenen Positionen spielen

Kannst du Muster und Fingersatz, die du gerade gelernt hast, dazu verwenden, die Blues-Tonleiter überall auf dem Klavier zu spielen? Versuche doch mal, die Tonleiter vom D, F, G und A aus zu spielen. Denke dabei an das Muster 1 – ♭3 – 4 – ♭5 – ♮5 – ♭7.

Wenn du bei D beginnst, lautet die Tonleiter D – F – G – A♭ – A♮ – C. Und so sehen die Noten dafür aus:

Blues scale, Blues-Tonleiter

Wenn du beim F beginnst, lautet die Tonleiter F – A♭ – B♭ – C♭ – C♮ – E♭. So sehen die Noten dafür aus:

Blues scale, Blues-Tonleiter

Wie du siehst, ändert sich hier der Fingersatz. Statt mit dem ersten Finger die dritte Note zu spielen, spielst du mit deinem vierten Finger weiter und landest mit dem ersten Finger auf C♭. Übe diesen Fingersatz, bis du gut damit zurecht kommst. Denk dran, das Üben mit der richtigen Technik und dem korrekten Fingersatz führt letztlich zu besserer Technik, mehr Spielkontrolle und mehr kreativen Möglichkeiten.

Dazu passt dieser Artikel: Why is technique so important when playing the piano?

Vom G aus sieht die Blues-Tonleiter so aus: G – B♭ – C – D♭ – D♮ – F. Schau dir hier den Fingersatz an:

Blues scale, Blues-Tonleiter Klavier

Der Fingersatz für die G-Bluestonleiter ist der gleiche wie bei C und D. Diesen Fingersatz wirst du bei Blues-Tonleitern öfter sehen.

Wenn du bei A startest, sieht die Blues-Tonleiter so aus: A – C – D – E♭ – E♮ – G. Der Fingersatz wird dir bekannt vorkommen:

Blues scale, Blues-Tonleiter Klavier

Super! Da du jetzt schon fünf verschiedenen Positionen für die Blues-Tonleiter kennst (C, D, F, G, A) – ist es Zeit für einige Übungen! Spiele als erstes alle fünf gezeigten Vorlagen hintereinander weg. Beginne mit dem C, gefolgt von D, F, G und A, um dann zum C zurückzukehren, allerdings eine Oktave höher. Wenn du das sicher spielen kannst, füge mit der linken Hand einen Akkord hinzu:

Blues scale, Blues-Tonleiter Klavier

Du kannst hier auch andere Übungen einbauen, wie Tonfolgen. Hier ist zum Beispiel eine Folge von drei Tönen in der C-Blues-Tonleiter:

Blues scale, Blues-Tonleiter

Diese Tonfolge ist eine tolle Übung, um Fingerfertigkeit und Beweglichkeit mit der Blues-Tonleiter zu trainieren. Du kannst diese Vorlage mit den vier anderen Beispielen, die du gelernt hast, kombinieren – aber auch mit jeder anderen Tonleiter wie der chromatischen Tonleiter, die du gerade üben willst.

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Dazu passt dieser Artikel: Klavier-Tonleitern verstehen.

Der zwölftaktige Blues

Da du nun die Blues-Tonleiter in fünf verschiedenen Positionen spielen kannst, ist es an der Zeit, den zwölftaktigen Blues kennenzulernen. Wie der Name schon sagt, ist dieser Blues 12 Takte lang. Er besteht aus drei Akkorden: I, IV und V. Schau es dir hier an:

Blues scale, Bluestonleiter

Wenn du dich noch mal über Septakkorde schlau machen willst, lies diesen Artikel: Seventh chords explained.

Der zwölftaktige Blues beginnt mit dem Akkord I, in unserem Beispiel ist das C7. Er wird vier Takte lang gespielt, dann geht es für zwei Takte zum Akkord IV (hier F7), dann zurück zu Akkord I für zwei Takte, weiter zum Akkord V (hier G7) für einen Takt, F7 für einen Takt und schließlich für zwei Takte zurück zu Akkord I. Die Takte 9 und 10 werden auch Umkehr genannt. Von diesem Schema gibt es unzählige Variationen.

Wenn du es sicher spielen kannst, versuche die folgende Übung. Dabei spielt die linke Hand die Akkorde, die rechte Hand die Blues-Tonleiter:

Blues scale, Blues-Tonleiter

Übe so lange, bis du das Blues-Schema mit Viertelnoten sicher kannst. Das wird dir helfen, diese Abläufe flüssig zu spielen und dein Gehör zu entwickeln. Es gibt dabei einige Stellen mit Spannung und Auflösung, die du beachten solltest. Der erste Punkt ist der Übergang zum und vom Akkord IV in den Takten 5-7. Der zweite ist die Umkehr, also die Folge aus V-IV-I in den Takten 9-12. Diese Punkte wirken innerhalb des Schemas wie ein Sprungbrett. Dort kannst du während deiner Improvisation Spannung aufbauen oder abbauen.

Wenn du das Schema in C sicher beherrschst, probiere die Varianten in D, F, G und A. In der Tonart D lauten die Akkorde I, IV und V: D, G und A. In der Tonart F sind es F, B♭, und C. In der Tonart G sind die I-, IV- und V-Akkorde G, C und D. Und in der Tonart A lauten sie A, D und E.

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Wichtige Riffs und Melodien mit der Blues-Tonleiter

Nachdem du das Schema der Blues-Tonleiter verstanden hast, solltest du auch ein paar grundlegende Riffs und Melodien in dieser Tonleiter kennenlernen. Eine häufige melodische Struktur nennt sich Call and Response (Ruf und Antwort). Diese Form ist im Wesentlichen ein AAB-Schema: Eine musikalische Phrase wird gesungen oder auf einem Instrument gespielt und schließt mit einem offenen Ende, ähnlich einem Fragezeichen. Danach wird die Phrase wiederholt. Schließlich antwortet eine andere Phrase auf den Ruf der ersten. Diese effektive Struktur kommt in der Musik sehr häufig vor und du wirst ihren Einfluss in vielen heutigen Genres wiederfinden. Hier ist ein Beispiel:

Blues scale, Bluestonleiter

Dieses Beispiel ist ein einfaches Call-and-Response-Schema in vier Takten. Die erste Phrase (G-B♭-C) wird zweimal wiederholt, dann folgt G-B♭-C-B♭-G. Manchmal wird diese Phrasenstruktur in der Musiktheorie auch Vordersatz-Nachsatz genannt.

Jetzt schau dir die gleichen vier Takte in einem Blues-Schema an:

Blues scale, Blues-Tonleiter

Wenn sich die Akkordfolge zum Akkord IV bewegt, gehe mit der Melodie nach oben, damit sie dazu passt. In diesem Fall hier beginnt die Melodie in der G-Bluestonleiter und verändert sich dann nach oben zur C-Bluestonleiter, um dem IV-Dreiklang zu entsprechen. Da dieser nur zwei Takte lang gespielt wird, musst du die Melodie in den Takten 7-8 erneut mit der G-Bluestonleiter auflösen, um den I-Akkord zu treffen. Danach bewegst du die Melodie nach oben, um dich an den V-Akkord anzugleichen, hier ist das ein D, und gehst dann wieder abwärts, damit es zum IV-Akkord passt. In den Takten 11-12 löst du die Melodie schließlich erneut mit der G-Bluestonleiter auf, um den I-Akkord zu treffen. Klingt erstmal kompliziert, aber es sollte kein Denksport sein, sondern Spaß machen. Und je mehr du diesen Ablauf übst und deine Kreativität frei heraus lässt, desto mehr wirst du die Musik spüren!

Melodien in Dur und Moll

Das Tolle daran ist, dass die Bluestonleiter sehr anpassungsfähig ist. Du kannst damit also Akkordfolgen in Dur- und Moll begleiten und für deine Improvisation nutzen.

Diese Technik kannst du immer weiter entwickeln. Der Blues wird seit über 100 Jahren gespielt und wird hoffentlich für Hunderte weitere Jahre erlernt und gespielt werden. Hier ist ein anderes Beispiel für das Call-and-Response-Schema.

Blues scale, Bluestonleiter

 

Erkennst du, aus welcher Blues-Tonleiter diese Melodie stammt? Könntest du das Blues-Schema dazu spielen? Kannst du diese Melodie in die Blues-Tonleiter einbauen und sie so anpassen, dass sie zu den anderen Akkorden passt? Übe diese Technik, bis sie sich einfach und gewohnt für dich anfühlt.

Weitere Hörbeispiele für den Blues

Der Blues ist ein enorm einflussreicher Stil. Vom Rock’n’Roll und R’n’B, vom Gospel, Jazz, Funk, Soul und vielen anderen Genres gibt es direkte Verbindungen zur Bluesmusik. Die entsprechende Tonleiter und das Bluesschema sind die Basis dafür. Damit du diesen Stil, seinen Kontext und die Geschichte besser kennenlernen kannst, sind hier ein paar Tipps:

  • Otis Spann war einer der größten Bluespianisten in Chicago nach dem 2. Weltkrieg. Der Chicago-Blues ist ein besonderer Stil, der ursprünglich von der urbanen Atmosphäre Chicagos in den 1940er und 1950er Jahren beeinflusst wurde. Dank einiger Plattenfirmen, wie Chess, Paramount und RCA Victor erlangte diese Spielart Anerkennung und kommerziellen Erfolg und inspirierte zudem die Bewegung des Britischen Blues in den 1960er Jahren. Hör dir hier an, wie Otis Spann den Blues auf das Klavier bringt:

 

  • Ray Charles ist einer der berühmtesten Musiker aller Genres des vergangenen Jahrhunderts. Sein Spiel und seine Performance sind tief im Blues verankert. In diesem Video spielt er eine langsame Variante:

 

  • Fats Domino war einer der ersten Rock’n’Roll-Künstler. Sein rhythmischer Pianostil war und ist sehr einflussreich. Kannst du das 12-Takt-Schema in dieser Darbietung seines Songs „Blue Monday“ erkennen?

 

  • Oscar Peterson war einer der größten Pianisten in der Geschichte des Klaviers. Falls du seine Aufnahmen und seinen Stil noch nicht kennst, solltest du wirklich mal hineinhören! Wie auch bei den anderen genannten Pianisten ist sein Stil tief in der Blues-Tonleiter verankert. Peterson verband jedoch seine Blueswurzeln mit den harmonischen Weiterentwicklungen des modernen Jazz, um unvergessliche Musik zu schaffen. Schau dir diese Aufführung seines Stücks „C Jam Blues“ an, die er zusammen mit den Mitmusikern seines berühmten Trios, dem Bassisten Ray Brown und Schlagzeuger Ed Thigpen, spielte:

 


Autor dieses Artikels

Edward Bond

Eddie Bond ist Multiinstrumentalist, Interpret, Komponist und Musiklehrer, der derzeit in Seattle, Washington in den USA lebt. Er trat häufig in den USA, in Kanada, Argentinien und China auf, hat über 40 Alben veröffentlicht und arbeitet seit mehr als zehn Jahren mit Musikschülern aller Alters- und Fähigkeitsstufen.


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