Kadenzen in der Musik gehören zu den wichtigsten Konzepten der Musiktheorie. Sie funktionieren ähnlich wie Satzzeichen in der Sprache: manche wirken wie ein Punkt, andere wie ein Komma und wieder andere erzeugen Spannung oder Überraschung. Wenn Sie verstehen, was eine Kadenz in der Musik ist, können Sie Akkordfolgen besser analysieren, musikalische Phrasen erkennen und eigene Musik komponieren. Ein gutes Verständnis von Tonarten hilft ebenfalls.

Was sind Kadenzen in der Musik?
Die Kadenz ist eine harmonische Akkordfolge, die einen musikalischen Abschnitt beendet oder eine Pause erzeugt.
Typisch ist eine Bewegung zwischen wichtigen Akkorden der Tonart:
- Tonika (I) – stabiler Akkord
- Dominante (V) – erzeugt Spannung
- Subdominante (IV) – leitet Übergänge ein
Eine Kadenz in der Musik zeigt dem Zuhörer, ob eine Phrase abgeschlossen ist, ob die Musik weitergeht oder wo der tonale Schwerpunkt liegt. Deshalb sind Kadenzen in der Musik ein grundlegendes Werkzeug für Komponisten, Musiker und Musiktheoretiker.
Arten von Kadenzen
Es gibt mehrere wichtige Kadenzen in der Musik. Jede erzeugt ein anderes Gefühl von Abschluss oder Spannung.
Die wichtigsten Kadenzen sind:
- Vollkommene Kadenz
- Unvollkommene Kadenz
- Plagale Kadenz
- Trügerische Kadenz
Betrachten wir die Nuancen dieser musikalischen Endungen, um ihre Auswirkungen auf die Komposition und das Hörerlebnis besser zu verstehen.
Vollkommene Kadenz
Die vollkommene Kadenz (perfekte Kadenz) ist die stärkste und klarste Schlusswirkung. Sie bewegt sich vom Akkord Stufe V (der Dominante) zum Akkord Stufe I (der Tonika) (zum Beispiel von G-Dur zu C-Dur in der Tonart C).
Ihre Eigenschaften:
- stabil, aufgelöst
- starkes Gefühl von Abschluss
- häufig am Ende eines Musikstücks
Diese Kadenz wirkt wie ein Punkt am Ende eines Satzes.
Unvollkommene Kadenz
Eine unvollkommene Kadenz endet auf der Dominante (Stufe V). Anstatt abgeschlossen zu klingen, erzeugt sie eine Erwartungshaltung, da der V-Akkord auf einem I-Akkord enden möchte.
Ihre Eigenschaften:
- erzeugt Spannung
- klingt unvollendet
- die Musik möchte weitergehen
Diese Kadenz wirkt wie eine Frage oder eine kurze Pause.
Plagale Kadenz
Eine plagale Kadenz bewegt sich von der Subdominanten (Stufe IV) zur Tonika (Stufe I). Sie hat eine weichere Auflösung als eine perfekte Kadenz.
Ihre Eigenschaften:
- sanfte Auflösung
- ruhiger Klang
- häufig in Kirchenmusik
Sie wird oft „Amen-Kadenz“ genannt, da sie häufig am Ende von Hymnen zu hören ist. Sie wirkt eher warm, ein bisschen wie ein Komma in einem Satz.
Unterbrochene (trügerische) Kadenz
Die trügerische Kadenz beginnt wie eine perfekte Kadenz, also Dominante zur Tonika. Doch statt zur Tonika zu gehen, bewegt sich die Musik zu einem anderen Akkord. Ein typisches Beispiel wäre von G auf A-moll in C-Dur.
Ihre Eigenschaften:
- überraschend
- dramatisch
- verlängert die musikalische Spannung
Diese Kadenz ist ein wirkungsvolles Mittel, um einem Stück Emotionen, Spannung oder Dramatik zu verleihen.
Die Pikardische Kadenz
Eine besondere Form ist die Pikardische Kadenz, auch Picardische Terz genannt. Hier wird anstelle des erwarteten Moll Akkords plötzlich ein Dur-Tonika-Akkord verwendet.
Ihre Eigenschaften:
- Hell, aufhebend
- Kontrast zur vorherigen Molltonart
Typischerweise tritt diese am Ende eines Stücks in einer Molltonart auf, wo der Schlussakkord unerwartet in Dur gespielt wird.
Wenn Sie Kadenzen bestimmen möchten, achten Sie auf typische Akkordfolgen wie Dominante (V) und Tonika (I). Mit einfachen Kadenz Musikübungen können Sie lernen, musikalische Schlussakkorde schneller zu erkennen.
Kadenzen üben
Viele fragen sich: Wie erkennt man Kadenzen? Hier können Sie ein paar Hinweise beachten. Achten Sie auf typische Akkordfolgen, das Ende einer musikalischen Phrase und den Übergang zur Tonika.
Hilfreich ist auch das Verständnis von Klavierintervallen, Taktarten und dem Tempo in der Musik. Der beste Weg, Kadenzen in der Musik zu verstehen, ist das Hören und Spielen von Beispielen. Hier sind einige bekannte Stücke mit klaren Kadenzen.
„Ouvertüre 1812“ – Pjotr Iljitsch Tschaikowski
Diese Komposition enthält mehrere klassische Dominant-Tonika-Kadenzen, die starke musikalische Abschlüsse erzeugen.
„Danse Macabre“ – Camille Saint-Saëns
In diesem Stück werden Kadenzen genutzt, um Spannung und dramatische Effekte aufzubauen.
„All The Things You Are“ – Frank Sinatra
Dieses Jazzstück zeigt, wie Kadenzen in der Musik harmonische Übergänge und Modulationen verbinden.
Eine Symphonie der Kadenzen
Kadenzen sind ein zentrales Element der Musiktheorie. Sie helfen dabei, musikalische Phrasen zu strukturieren, Spannung aufzubauen und klare Abschlüsse zu schaffen.
Wenn Sie Kadenzen verstehen, erkennen Sie schneller Akkordfolgen, Tonarten und musikalische Strukturen. Mit regelmäßiger Übung lernen Sie, Kadenzen zu hören, zu analysieren und selbst zu verwenden.
Autor dieses Blogbeitrags:
Susana Pérez Posada
With over seven years in piano education and a deep passion for music therapy, Susana brings a unique blend of expertise to Skoove. Als Absolventin der Musiktherapie an der SRH Hochschule Heidelberg und als erfahrene klassische Pianistin an der Universidad EAFIT verleiht sie ihrem Unterricht einen ganzheitlichen Ansatz, der über den traditionellen Klavierunterricht hinausgeht. In her writings for Skoove, Susana combines her rich musical knowledge with engaging storytelling, enriching the learning experience for pianists of all levels. Abseits des Klaviers erkundet sie gerne neue Orte und vertieft sich in ein gutes Buch. Sie glaubt, dass diese vielfältigen Erfahrungen ihren kreativen Unterrichtsstil fördern.
Veröffentlicht vom Skoove-Team









