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Schulischer Musikunterricht im internationalen Vergleich: In diesen Ländern ist Musikunterricht noch wichtig

Dass eine musische Ausbildung insbesondere für Kinder und Jugendliche hinsichtlich ihrer Entwicklung von großer Bedeutung ist, ist in der Vergangenheit immer wieder in zahlreichen Studien untersucht worden. Musik wirkt sich bereits im jungen Alter positiv auf die Förderung der Kreativität und der Sprachkompetenz aus. Sie kommt zudem Hirnarealen zugute, die für das Erlernen von Fremdsprachen verantwortlich sind. Außerdem entwickeln musizierende Kinder ein deutlich besseres Sozialverhalten.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern, haben Schulen explizit einen Bildungsauftrag. Daher ist es wichtig, dass die Lerninhalte in Rahmen- beziehungsweise Lehrplänen festgelegt werden, um den Schülern flächendeckend eine gleichwertige Ausbildung zu garantieren. Musik ist ein wichtiger Faktor für den Werdegang von Kindern und Jugendlichen und sollte aus diesem Grund wichtiger Bestandteil der schulischen Ausbildung sein. Sie werden so auf einfachem und kostenlosen Weg mit Musik in Berührung gebracht, wobei die Kombination aus Theorie und Praxis im Unterricht eine entscheidende Rolle einnimmt. Daher haben wir untersucht, in welchen Ländern der Musikunterricht in öffentlichen Schulen ein Pflichtfach ist und ob überhaupt der Zugang zu Instrumenten ermöglicht wird. Dazu wurden die Rahmenpläne aus 30 verschiedenen Ländern hinsichtlich verpflichtenden Musikunterrichts miteinander verglichen.

Europa: Situation von Musikunterricht vor Allem in Osteuropa zufriedenstellend
Untersucht wurden die Lehrpläne 19 europäischer Länder. In 17 von ihnen ist der Musikunterricht, größtenteils in den ersten zehn Unterrichtsjahren, verpflichtend. Nur Island und die Niederlande stellen eine Ausnahme dar. Künstlerische Fächer stehen zwar im Lehrplan, ob Musik jedoch unterrichtet wird, hängt alleine von der Schule ab. So ist es möglich, dass in der gesamten Schulzeit kein Musikunterricht stattfindet. In Italien wird das Fach nur drei Jahre lang unterrichtet und die Schüler werden mit elf Jahren vergleichsweise auch sehr spät an die Musik herangeführt. Im Untersuchungsdurchschnitt steht der Musikunterricht ab dem sechsten Lebensjahr auf dem Stundenplan. Auch die Inhalte des Musikunterrichts variieren stark. In der Hälfte der untersuchten europäischen Ländern werden Schulkinder mit Instrumenten vertraut gemacht und erlernen diese in der Praxis. Insbesondere in Osteuropa steht das Instrumentalspiel im Fokus: In der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Polen ist die Aneignung eines Instruments im Lehrplan fest verankert. Polen ist zudem Spitzenreiter der Analyse, denn hier nehmen Schüler insgesamt zwölf Jahre verpflichtend am Musikunterricht teil und erhalten somit eine garantierte musikalische Ausbildung.

Europa

LandVerpflichtender MusikunterrichtKlassen- stufeAlters- gruppeInstrumental- unterrichtInhalt
Belgien1-96-14

Dänemark
1-66-12Das spielerische Erlernen von elektrischen Musikinstrumenten

Deutschland
1-106-16Modul: Musikmachen
Musik erfinden und umgestalten, Instrumentalspiel, elektronische Klangerzeugung

England
1-95-15

Finnland
1-97-16

Frankreich
1-66-12

Island

Italien
7-911-14Gebrauch von Techniken und Performance in verschiedenen Kontexten erlernen: Mit Stimme und spezifischen Musikinstrumenten

Niederlande

Norwegen
1-106-16Instrumentalspiel üben

Österreich
1-106-16Instrumentales Musizieren: Handhabung von Rhythmusinstrumenten und Stabspielen; Musizieren mit herkömmlichen, selbstgebauten, elektronischen und Körperinstrumenten, elementare Liedbegleitung; elementare Gruppenimprovisation

Polen
1-127-19
  1. Performance von Musik mit verschiedenen einfachen rhythmischen bzw. melodischen Instrumenten (Orff-Instrumenten)
  2. Reproduktion von verschiedenen Motiven, Melodien, Improvisation
  3. Produktion verschiedener Klänge
  4. Verwendung von Orff-Instrumenten
  5. Ausdruck eigener Eindrücke und Emotionen mit Hilfe von Musikinstrumenten

Schweden
1-97-16Teilnahme am Musizieren in Gruppen

Slowakei
1-96-15Ziel: Beherrschung einfacher rhythmischer Instrumente, Aneignung der Spieltechnik und einfache Liedbegleitung, Erzeugung von Klängen

Slowenien
1-106-15Volks- und Orff-Instrumente, elektronische Instrumente

Spanien
1-86-14

Tschechien
1-116-16Spielen eines Musikinstruments (Reproduktion von Motiven, Themen und einfachen Kompositionen)

Türkei
1-12

Ungarn
1-106-16

Süd- und Mittelamerika: In Chile werden Kinder früh an Instrumente herangeführt
Von den vier untersuchten Ländern Südamerikas, findet in Chile und Argentinien in der Schule ein verpflichtender Musikunterricht statt. Zudem liegt in Chile der Schwerpunkt auf dem Spielen eines Instruments, wie zum Beispiel der Blockflöte, eines Blechinstruments oder Keyboards. In diesen beiden Ländern werden Schüler jeweils sechs Jahre im Fach Musik unterrichtet. In Argentinien hingegen steht in zehn Jahren Musikunterricht keine praktische Instrumentenlehre auf dem Plan. In Peru und Mexiko taucht Musik weder als Pflichtfach in den Lehrplänen auf, noch erlangen die Schüler Kenntnisse über das Spielen eines Instruments.

Südamerika

LandVerpflichtender MusikunterrichtKlassen- stufeAlters- gruppeInstrumental- unterrichtInhalt

Argentinien
1-106-17

Chile
1-66-12Schwerpunkt des Unterrichts ist unter Anderem Erfahrungen im Spielen eines Instruments wie z.B. der Blockflöte, eines Blechinstruments oder Keyboards zu erlangen

Mexico

Peru

Asien: In China und Japan erlernen Schüler einfache Instrumente
In China und Japan steht die musikalische Ausbildung jeweils neun Jahre auf dem Lehrplan. Hier hat das Erlernen eines Musikinstrumentes einen hohen Stellenwert, denn in diesen beiden Ländern lernen die Schüler im Alter von 6-15 Jahren ein einfaches Instrument. In China kann zum Beispiel Mundharmonika oder Blockflöte erlernt werden und in Japan werden die Schüler sogar an Keyboards oder Blasinstrumenten herangeführt.

Asien

LandVerpflichtender MusikunterrichtKlassen- stufeAlters- gruppeInstrumental- unterrichtInhalt

China
1-96-15Erlernen eines einfachen Instruments, Instrumentalspiel in älteren Jahrgangsstufen

Japan
1-96-15Erlernen von Stücken auf kleinen Keyboards und Blasinstrumenten

 

Nordamerika: Kein verpflichtender Musikinstrument in den USA und Kanada
In den USA ist der Musikunterricht nur ein Wahlpflichtfach. Schüler können sich von Beginn ihrer Schulzeit an für bestimmte musische Fächer, in denen sie unterrichtet werden, entscheiden. Ob Musik jemals auf dem Stundenplan steht, ist also dem Schüler selbst überlassen. Außerdem hängt es stark von der einzelnen Schule ab, ob und in welchem Ausmaß das Fach Musik überhaupt angeboten wird. Von gar keiner musikalischen Ausbildung bis hin zum Instrumentalunterricht, in dem auf individuelle Wünsche der Schüler eingegangen wird, ist hier alles möglich. Die “National Association for Music Education” setzt sich mit den “2014 Standards” für eine Verbesserung der Situation des Musikunterrichts in den US-Staaten ein. Diese Rahmenpläne für das Fach Musik sollen das Lehrangebot zukünftig landesweit einheitlich gestalten. In Kanada sind die Qualität und die Quantität des Musikunterrichts ebenfalls schul- und ortsabhängig.

Nordamerika

LandVerpflichtender MusikunterrichtKlassen- stufeAlters- gruppeInstrumental- unterrichtInhalt

USA
Im WahlpflichtfachOrchester, individuelle Instrumentenlehre (Abhängig von Schule)

Kanada

 

Ozeanien: Angebot von Musikunterricht in Australien schul-und ortsabhängig
In Australien sind die Rahmenpläne von Staat zu Staat unterschiedlich geregelt, weshalb verpflichtender Musikunterricht hier in keinem einzigen Rahmenplan enthalten ist. Eine musikalische Ausbildung kann zum Teil nicht stattfinden, da keine qualifizierten Musiklehrer zur Verfügung stehen oder finanzielle Mittel fehlen. In Neuseeland ist das Fach Musik vom ersten bis zum achten Schuljahr hingegen verpflichtend. Neben theoretischem Unterrichtet wird auch ein Einblick in die Instrumentallehre gegeben.

Ozeanien

LandVerpflichtender MusikunterrichtKlassen- stufeAlters- gruppeInstrumental- unterrichtInhalt

Australien

Neuseeland
1-85-13Schüler erlangen Kenntnisse darüber ein Musikinstrument zu spielen

Südafrika: Musikunterricht für neun Jahre Pflicht
Südafrikanische Schüler nehmen neun Jahre lang verpflichtend am Musikunterricht teil. Die 7 bis 15-jährigen werden in Gruppen und auch einzeln an Instrumente herangeführt. In den Jahrgangsstufen 10 bis 12 ist der Unterricht zwar nicht mehr verpflichtend, jedoch ist das Erlernen eines oder mehrerer Instrumente möglich.

Afrika

LandVerpflichtender MusikunterrichtKlassen- stufeAlters- gruppeInstrumental- unterrichtInhalt

Südafrika
Instrumentallehre in Einzelunterricht und Gruppenunterricht

Instrumentallehre steht in Deutschland zwar im Rahmenplan, wie diese im Unterricht letztendlich jedoch umgesetzt wird, ist abhängig von der unterrichtenden Lehrkraft. Aus diesem Grund sind insbesondere qualifizierte Musiklehrer gefordert, die den Schülern mit Fachwissen entgegentreten können. Das Erlernen eines Instruments im Musikunterricht ist aufgrund fehlender finanzieller Mittel und Fachkräfte momentan kaum beziehungsweise unzureichend möglich. Nur Notenlesen lernen und Symphonien anhören reicht bei Schülern oftmals nicht aus, um sie nachhaltig für die Musikwelt zu begeistern. Viel wichtiger ist es, dass die Kinder früh selber Instrumente entdecken und lernen können, um somit selber zu musizieren. Mit Skoove möchten wir der Instrumentallehre wieder mehr Aufmerksamkeit schenken und Menschen jeder Altersklasse die Möglichkeit geben Klavier zu erlernen; auf kostengünstigem und flexiblem Weg ”, kommentiert Florian Plenge, Mitgründer von Skoove.

Ähnliche Probleme in unterschiedlichen Ländern
Musikunterricht ist wichtig. In der Mehrzahl der untersuchten Ländern wird er auch verpflichtend unterrichtet, jedoch reicht dies nicht aus. Ein genauer Blick zeigt, dass in vielen Ländern Nachholbedarf besteht. Problematisch ist, inwiefern sich die Inhalte und der Aufbau des Unterrichts unterscheiden. Obwohl der Kontakt zu Instrumenten ein wichtiger Faktor bezüglich der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen darstellt, bietet nur die Hälfte der untersuchten Länder ihren Schülern auch Instrumentallehre an. In vielen Ländern werden jedoch Projekte hinsichtlich einer verbesserten musischen Ausbildung ins Leben gerufen. In Venezuela wurde daher bereits 1975 das Projekt “El Sistema” gestartet. Ziel ist es Heranwachsenden unabhängig von Einkommen oder Herkunft der Eltern, den Zugang zu Musik zu ermöglichen. Italien adaptierte im Jahr 2010 dieses System und möchte hiermit die Situation der Musikausbildung nachhaltig verändern. In Deutschland setzt sich die Initiative “Agenda 2030” für die Verbesserung des schulischen Musikunterrichts ein, denn bis zu 80 Prozent des Musikunterrichts fällt hierzulande aus und 80 Prozent der Lehrer unterrichten fachfremd. Dies verdeutlicht, dass den Ländern die Bedeutung des Musikunterrichts durchaus bewusst ist, finanzielle Mittel oder Fachkräfte jedoch fehlen.

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